Radierungen

Die Tiefdrucke auf dieser Seite wurden mit der Intaglio-Technik hergestellt.


Ich bin ein Anhänger der traditionellen Radier-Technik: Kaltnadel, geätzte Strichzeichnung, Aquatinta-Flächen. Ein langwieriges und risikoreiches Verfahren, das sowohl Intuition als auch rational geplante Einzelschritte erfordert – ein falscher Gedanke, und alles ist misslungen.

Neue Techniken oder Methoden machen mich neugierig.

Seit 1995 hat der Australier Keith Howard das belastungsfreie Tiefdruckverfahren Intaglio-Type mit ImageOn-Film entwickelt.
Diese Technik verwendet keinerlei Stoffe, bei denen giftige Dämpfe freigesetzt werden.

Der Kanadier Johann James Feught, geboren 1947 in Frankfurt/Main, hat das Verfahren zum allerersten Mal 1999 nach Deutschland via "Pentiment" in Hamburg gebracht und mit weiteren workshops in den Jahren 2000 und 2003 an verschiedenen Orten verbreitet, immer mit selbstentwickelten technischen Erweiterungen.

Die Motiv-Zeichnung wird mittels Scanner oder Digital–Kamera in den Computer übertragen, wenn nötig mit dem Photoshop-Programm bearbeitet, dann auf eine transparente Folie gedruckt.
Es kann auch direkt auf die Folie gezeichnet werden.

Eine Trägerplatte (Kupfer, Zink oder PVC) wird mit der lichtempfindlichen ImageOn-Folie beschichtet, ein  Aquatinta-Rasterfilm draufgelegt und mit UV-Licht  wenige Sekunden belichtet, danach  derselbe Vorgang mit dem Motiv-Film. Die UV-belichteten Teile härten aus.

In einer Natriumcarbonat-Wasser-Lösung (Waschlauge) wenige Minuten entwickeln, mit weichem Schwamm unter laufendem Wasser die nicht belichteten Teile der ImageOn-Folie ausspülen.

Drucken mit einer herkömmlichen Radierpresse.

Nach dem Druck kann die ImageOn-Folie  in einer stärkeren Waschlauge abgelöst und die Trägerplatte wieder verwendet werden.

Dies ist eine Kurzfassung. Weitere Informationen, Kursangebote sowie Materialien und Geräte unter  www.oktogon-intaglio.de